Artikel aus der DHZ 11-12 2014:

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Die eigene Praxis ist bzw. sollte immer das Ziel sein, welches man als junger Zahnarzt vor sich hat. Doch ist es nun leider so, dass man nach dem Examen zwar die Grundkenntnisse hat, aber noch lange nicht so weit ist, diesen Schritt zu wagen. Nach der Assistenzzeit sieht es dann doch schon anders aus. Die Erfahrung im Umgang mit Patienten ist deutlich gewachsen und die eine oder andere Fortbildung oder Zusatzqualifikation ist absolviert worden. Doch ist das genug, um eine Praxis zu führen? Um jungen bzw. frisch niedergelassenen Zahnärzten aus Hessen genau diese Informationen zu geben, fuhren 35 von ihnen vom 11. bis 14. September auf die Sonneninsel Mallorca. Unter der Flagge „Welcome Days on Tour“ fand diese Fortbildung, welche durch die Kooperation der Landeszahnärztekammer Hessen mit dem Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni (BdZA) entstanden ist, nun schon zum zweiten Mal statt. Die Reise begann am Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen. Alle Teilnehmer flogen zusammen mit den Referenten und Organisatoren im gleichen Flieger und so traf man am Check-in schon die ersten vertrauten Gesichter – ob nun Mitstudierende oder Bekannte aus vorangegangenen Fortbildungen. Auch die Landeszahnärztekammer war mit dem Vorstandsmitglied Dr. Dieter Nolte und dem Justitiar Martin Boost vertreten. Auf dem Flughafen in Palma angekommen, brachte uns ein Bus in das 45 Minuten entfernte Cala Ratjada, wo sich das Hotel und die Fortbildungsräume befanden. Um die Freizeit bis zur offiziellen Begrüßung zu nutzen, warf sich ein Großteil der Teilnehmer direkt nach der Ankunft in Bikini oder Badehose und genoss ein Bad im Meer mit anschließendem Sonnenbad. Vor dem Abendessen gab es passenderweise einen Willkommensdrink. Dieser wurde mit einer Vorstellungsrunde kombiniert sodass alle Teilnehmer schon einen ersten Eindruck der Gruppe gewinnen konnten.

Niederlassen will gelernt sein:
Fortbildung Tag eins

Die Fortbildung begann am Freitagmorgen 09:00 Uhr im sehr zentral gelegenen Hotel S’Entrador Playa mit der Begrüßung durch Jan-Philipp Schmidt (Vorsitzender BdZA) und Dr. Dieter Nolte (Vorstand LZKH). Zuerst berichteten Dr. Tobias Feise und Nadja Jung über seine Praxisgründung in Stuttgart. Schon hier zeigte sich, dass es eben nicht ausreicht gute zahnmedizinische Fähigkeiten mitzubringen. Dieser Eindruck setzte sich fort, als Sascha Kötter im Anschluss über Standortanalysen sprach. Nach der Mittagspause ging es dann um rechtliche Themen – Verträge, Gestaltungsmöglichkeiten und Praxisformen. Ein spannendes, komplexes Thema, welches Alexander Bechtler souverän meisterte und auf alle Fragen einging. Abgerundet wurde der Nachmittag anschließend mit Informationen zum Thema Factoring in der Zahnarztpraxis (Dr. Peter Raab) und Praxissoftware (Dietmar Herrmann). Zur Anwendung des neu Gelernten wurden dann alle Teilnehmer in Gruppen aufgeteilt und ein Praxiskonzept auf eine bestimmte Patientengruppe zugeschnitten – jetzt wissen auf jeden Fall alle, was LOHAS sind.
(Anm. d. Redaktion: L0HAS steht für Lifestyles of Health a n d Sustainability u n d bezieht sich im Bereich des Marketings auf eine Gruppe von Konsumenten, für die Nachhaltigkeit, Gesundheit, Fairness, Transparenz u n d Ressourcenschonung in Lebensführung u n d Konsumverhalten eine wichtige Rolle spielen.)
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel ging es zum Spanischen Abend in die Buddha Lounge. Dort wurde mit einem Sundowner der Abend eingeläutet und bei Paella, Tapas und Kaltgetränken in lockerer Atmosphäre über den Tag diskutiert.

Finanzen und Fazit: Fortbildung Tag zwei

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Interaktive Fortbildung in großer …

Am Samstagmorgen ging es um 08:30 Uhr nach einem reichhaltigen Frühstück (wer wollte, auf der Terrasse mit Meerblick) wieder mit dem Bus ins Tagungshotel, wo der Tag im Zeichen des Geldes stand – Jens Runkel führte uns sehr verständlich durch die Welt der Steuern und Benjamin Genie durch den Dschungel der Finanzierung. Über die Möglichkeiten der Absicherung klärte uns Kjell Kröger auf und Felix Thiele referierte über Online-Marketing und die Chancen, die eine richtige Darstellung der Praxis im Netz bieten kann. Über mögliche Risiken dieser Chance bzw. Rechten und Pflichten der Praxen informierte der Justitiar der Zahnärztekammer Martin Boost in einem Seminar zum Thema Bewertungsportale.

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… und kleiner Gruppe

Zum Abschluss der Fortbildung am Samstagabend ließ die Gruppe noch einmal die vergangenen zwei Tage Revue passieren und trug die wichtigsten Schritte zusammen. Allen war klar, dass die Gründung oder Übernahme einer Praxis eine komplexe Geschichte ist, die sich aber mit der richtigen Hilfe meistern lässt. Außerdem berichtete spontan ein Teilnehmer über seine Erfahrungen während seiner Übernahme im letzten Jahr und so gab es auch noch ein paar interessante Tipps zur Auswahl des richtigen Personals – vielen Dank dafür an Dr. Cyril Niederquell! Während des anschließenden Abendessens im Hafen von Cala Ratjada wurden viele Gespräche über die Themen der vergangenen Tage geführt. Auch das Eintauchen ins äußerst vielseitige Nachtleben sollte nicht unerwähnt bleiben, genauso wie der Nachtspaziergang zurück zum Hotel. Es zeigte sich deutlich, dass sich eine homogene interessierte Gruppe junger Zahnärzte zusammengefunden hatte, die sicherlich in Kontakt bleiben wird!

Zum Abschluss ein Highlight nach harter Arbeit

Nach der durchaus anstrengenden Arbeit der letzten zwei Tage folgte am Sonntag ein grandioser Abschluss der Welcome Days on Tour: Bei herrlichstem Wetter ging es auf einem Katamaran vier Stunden über das ruhige Mittelmeer und alle genossen die Sonne, das Ankern inklusive BBQ und Schwimmen. Leider verging die Zeit wie im Fluge und schon waren wir nach einem kurzen Stopp im Hotel schon wieder auf dem Weg zum Flughafen und gegen 23:30 Uhr in Frankfurt. Rückblickend möchte ich gern sagen, dass diese Veranstaltung ideal ist, wenn man eine erste Orientierung für die Existenzgründung bekommen und mit Gleichge- sinnten oder frisch Niedergelassenen in Kontakt kommen möchte. Sehr gut gefallen hat mir auch der enge Kontakt mit dem Vorstand der LZKH und den Referentinnen und Referenten, die auch nach der Fortbildung stets dabei waren und alle Fragen beantwortet haben. Außerdem ist das Lernen und Fortbilden unter der Sonne Mallorcas doppelt so schön.

-Maja Nickoll/VJR-

 

Zum vollständigen Artikel der DHZ als PDF:

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